Deutsche Automaten­wirtschaft fürchtet schwerwiegende Folgen des erneuten Lockdowns

Die Befürchtungen waren den gesamten über zumindest latent vorhanden und sind jetzt wahr geworden. Generell ist zwar die Rede von einem “Lockdown light”, doch von der im Vergleich zum Frühjahr erfolgten Abschwächung der Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie profitieren vor allem die Schulen und Kindertagesstätten, die weiterhin geöffnet bleiben sollen, und der Einzelhandel, der auch um eine komplette Schließung herumkommt.

Dagegen gibt es für zahlreiche andere Bereiche keinen wesentlichen Unterschied zum ersten Lockdown. So müssen sämtliche Sport-, Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen erst einmal für den gesamten November schließen – mit der angesichts der momentan unverändert rasant steigenden Zahlen wohl eher vagen Hoffnung auf die Rückkehr auf ein Level, das man einigermaßen als Normalität bezeichnen könnte, im Dezember. Schließen müssen mit Wirkung zum Montag, 2. November, auch wieder alle Spielhallen, Casinos und Wettbüros.Nachdem bereits im Frühjahr und Sommer nach bzw. während des ersten Lockdowns nicht wenige Betreiber von Glücksspielstätten die Flinte ins Korn geworfen haben, fürchtet man in der Branche, dass zahlreiche weitere Casinos, Spielhallen und Wettannahmestellen komplett dicht machen.

Schreiben an die Kanzlerin und die Regierungschefs bleibt erfolglos

Dass längst nicht alle Betreiber die erneute Schließung überstehen werden, ist indes nur ein Teil der Befürchtungen. So meldete sich wie schon im Frühjahr auch diesmal die Deutsche Automaten­wirtschaft (DAW) zu Wort, freilich schon bevor die erneuten Maßnahmen am Mittwoch beschlossen wurden – und ohne Erfolg.

DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker wandte sich vorab mit einem Schreiben an Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschef der Bundesländer und teilte in der Hoffnung auf eine Berücksichtigung seine Gedanken mit. Stecker erklärte, dass die momentane Situation weiterhin Verantwortungsbewusstsein und Disziplin erfordere, betonte indes auch, dass die Unternehmen in der Glücksspielbrache die diesbezüglichen Vorgaben erfüllt hätten. Demnach habe man in den Glücksspielstätten größten Wert auf die Einhaltung der Hygienevorgaben gelegt, um einen effizienten Infektionsschutz gewährleisten zu können.

“Schwerer Schlag” für die gesamte Automatenbranche

Im Nachgang bezeichnete  Stecker in einer Pressemitteilung die Schließung der staatlich konzessionierten Spielhallen und der Gastronomiebetriebe mit Automatenaufstellung nicht nur als einen “schweren Schlag” für die gesamte Automatenbranche, sondern vor allem auch für den Jugend- und Spielerschutz. ” Ohne das legale Angebot in staatlich konzessionierten Spielhallen und in der Gastronomie ist der Kanalisierungsauftrag aus dem Glücksspielstaatsvertrag massiv gefährdet. Es droht eine höchst problematische Abwanderung der Gäste in illegale Angebote ohne Jugend- und Spielerschutz”, führt Stecker seine Bedenken weiter aus, die der DAW-Vorstandssprecher auch auf die Erfahrungen aus dem Frühjahr stützt.

Welche Art von illegalen Angeboten die konkrete Gefahr darstelle, ließ Stecker zwar offen, doch nachvollziehbar sind die Bedenken durchaus. Just in einer Zeit, in der aufgrund des bevorstehenden Inkrafttretens des neuen Glücksspielstaatsvertrages ohnehin Änderungen auf den gesamten Markt zukommen bzw. bereits vollzogen wurden, sorgen die neuerlichen Schließungen für zusätzliche Unsicherheiten und Ungewissheiten.

Darin, dass die erneuten, für viele Branchen weitreichenden Maßnahmen von verschiedener Seite, durchaus auch auf politischer Ebene, keineswegs unkritisch gesehen werden, liegt nun die Hoffnung der Glücksspielbranche, zumindest im Dezember wieder den Betrieb aufnehmen zu können. Wie viele Casinos und Spielhallen bis dahin auf der Strecke bleiben, lässt sich aktuell nicht seriös prognostizieren.

Bildquelle: djedj@pixabay.com

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