Brandenburg stimmt zu Bundesländer legalisieren Online-Poker und -Casino

Glücksspiele im Internet wie Online-Poker oder Online-Casinos sollen künftig in Deutschland erlaubt werden. Das sieht der neue Glücksspielstaatsvertrag vor, der von den Chefs der Bundesländer unterzeichnet worden ist, wie der Berliner Senat am Montag mitteilte. Die Unterschriften erfolgten demnach bereits am vergangenen Donnerstag.

Mit dem Staatsvertrag soll das Glücksspielwesen in Deutschland grundsätzlich neu reguliert werden. Vorgesehen ist eine neue zentrale Glücksspielbehörde mit Sitz in Sachsen-Anhalt. Die neue Behörde soll Aufgaben der Glücksspielaufsicht vor allem im Internet wahrnehmen und zum 1. Juli 2021 errichtet werden.

Der Staatsvertrag verfolgt –neben einer wirksamen Bekämpfung der Spielsucht – das Ziel, den „natürlichen Spieltrieb“ der Bevölkerung in geordnete Bahnen zu lenken, durch ein „begrenztes Angebot“, das „eine geeignete Alternative zum nicht erlaubten Glücksspiel“ darstelle. Als wichtigste Regel zum Spielerschutz wurde ein monatliches Einzahlungslimit von 1000 Euro vereinbart, zudem ist, wie bei klassischen Casinos, eine Sperrdatei geplant. Staatskanzlei in Potsdam ist nicht begeistert: Die Länderparlamente müssen den Staatsvertrag noch ratfizieren, damit er zum 1. Juli 2021 in Kraft treten kann.

Grundsätzlich hatten die Länder sich bereits Anfang des Jahres auf den neuen Vertrag geeinigt. In Brandenburg fielen die politischen Reaktionen seinerzeit eher gedämpft aus: „Begeistert von einer Liberalisierung des Glücksspielmarktes sind wir nicht“, sagte StaatskanzleiChefin Kathrin Schneider (SPD) auf MAZ-Anfrage. „Wir müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass wir mit einem strikten Verbot deutsche Spielerinnen und Spieler in die Illegalität treiben würden. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, den Markt kontrolliert zu öffnen, die Angebote aber an harte Bedingungen zu knüpfen und die Suchtprävention zu stärken.“

Der Glücksspiel-Schwarzmarkt in Deutschland boomt derzeit – aufgrund von Angeboten, die nicht über eine deutsche Konzession verfügen, aber in einem anderen EU-Land lizenziert sind. Nach deutschem Recht sind sie bisher illegal, werden allerdings faktisch geduldet. Die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung geht davon aus, dass in Deutschland 0,56 Prozent der Bevölkerung – das sind 326.000 Menschen – ein „problematisches Spielverhalten“ zeigen, also mehr zocken, als ihnen gut tut. 0,31 Prozent der Bundesbürger – in absoluten Zahlen: 180.000 Männer und Frauen – sind sogar „pathologische“, also krankhafte Spieler.

Andrea Hardeling, Geschäftsführerin der Landesstelle für Suchtfragen, sagte der MAZ, der Kompromiss der Länder sei „aus Sicht der Suchthilfe wesentlich liberaler als befürchtet“ ausgefallen. Laut Hardeling ist bei Spielsüchtigen „von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen“. Die Betroffenen könnten ihre Sucht über einen langen Zeitraum vor ihren Mitmenschen geheim halten, weil es – im Gegensatz etwa zu Alkoholismus – keine körperlichen Anzeichen gebe.

via: https://www.maz-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Brandenburg-stimmt-zu-Bundeslaender-legalisieren-Online-Poker-und-Casino

Bildquelle: besteonlinecasinos@pixabay.com

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