April 02, 2009
Spieleverbände fordern Entschuldigung des bayerischen Innenministers
In seiner Pressemeldung von Dienstagabend vergleicht der bayerische Innenminister Herrmann
Ego-Shooter mit Kinderpornografie und Drogen. In aller Deutlichkeit fordern die deutschen
Spieleverbände hiermit eine offizielle Entschuldigung des Ministers für diesen völlig überzogenen,
sachlich falschen und unnötig polemischen Vergleich.
Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer von G.A.M.E.:
"Die Aussage des Herrn Ministers steht glücklicherweise nicht für Bayern insgesamt.
Trotzdem ist sie für uns völlig inakzeptabel. Computerspiele derart zu kriminalisieren und
mit Kinderpornografie zu vergleichen, ist polemischer Unsinn und diffamiert nicht nur
unsere Branche insgesamt, sondern auch Millionen Computerspieler in Deutschland. Wer
solche Aussagen trifft, zeigt deutlich, dass er sich noch nie mit Spielen beschäftigt hat und
eine Politik des letzten Jahrhunderts vertritt. Mit Politikern wie Herrn Herrmann verliert die
CSU jede Glaubwürdigkeit bei Millionen erwachsener Menschen und Wähler, die mit
Computerspielen groß geworden sind und disqualifiziert Bayern mittelfristig als Standort für
Deutschlands wichtigste Entertainmentindustrie. Wir fordern von Herrn Herrmann eine
deutliche Entschuldigung für diesen verbalen Fehlgriff."
Olaf Wolters, Geschäftsführer BIU:
"Aus unserer Sicht sind die Äußerungen von Herrn Hermann absolut nicht repräsentativ für
die Politik der bayerischen Staatsregierung. Diese hat sich in letzter Zeit verstärkt um die
Förderung der Unterhaltungssoftwareindustrie bemüht und insbesondere aus der
Staatskanzlei sind deutlich differenziertere Aussagen zu unserer Branche zu hören. Wir
fordern den bayerischen Innenminister auf, seine politische Geisterfahrt am rechten
Fahrbahnrand zu beenden und zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren. Das
momentane Verhalten des bayerischen Innenministers erinnert sehr stark an einen
politischen Ego-Shooter, der sich mit rein populistischen und inhaltlich fragwürdigen
Aussagen zu profilieren versucht."
Frank Sliwka, Geschäftsführer ESB:
"Auch der ESB schließt sich mit seinen mehr als 60.000 Mitgliedern den Forderung der
beiden Verbände GAME und BIU an und fordert den bayerischen Innenminister auf,
endlich einen fairen und sachgerechten Dialog zu führen. Mit seiner öffentlich geäußerten
politischen Haltung verhindert der bayerische Innenminister diesen Dialog und fördert
vielmehr die Ausgrenzung tausender Jugendlicher. Er siedelt eine Generation deutscher
junger Staatsbürger durch seine Äußerungen in dem Bereich der Kriminalität an. Der ESB
erbittet vom Bayerischen Innenminister eine deutliche Entschuldigung! Solange dieses
nicht geschieht fordert der ESB seine Mitglieder auf, deutliche politische Signale gegen die
CSU zu setzen."
Informationen zum Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU):
Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU) ist der Interessenverband der
Anbieter und Produzenten von Unterhaltungssoftware in Deutschland. Er organisiert die Interessen
der maßgeblichen Unternehmen im Bereich der interaktiven Unterhaltung. Als kompetenter
Ansprechpartner für Medien sowie politische und gesellschaftliche Institutionen beantwortet der BIU
alle Fragen rund um das Thema Computer- und Videospiele.
Kontakt:
Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V.
Rungestraße 18
10179 Berlin
Tel: +49 (0)30/2408779-0
Fax.: +49 (0)30/2408779-11
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E-Mail: presse@biu-online.de
Über den Deutschen eSport-Bund e. V. (ESB):
Der Deutsche eSport-Bund e. V. (ESB) sieht seine Aufgabe darin, sich mit der Zukunft des freizeitund
wettkampforientierten eSports in Deutschland zu befassen und feste Strukturen zu schaffen, um
so das weitere Wachstum des eSports zu fördern. In seinem Selbstverständnis sieht sich der ESB als
die übergeordnete unabhängige Institution der eSport Community, die sowohl die Spieler und Teams
als auch die beteiligten Ligen gleichermaßen vertritt und bildet die Kommunikationsplattform der
eSport-Community gegenüber der Öffentlichkeit. Weitere Informationen finden Sie unter: www.e-sb.de
Kontakt:
Deutscher eSport-Bund e. V.
Kaiser-Wilhelm-Strasse 30
12247 Berlin
Mail: info@e-sb.de
Web: www.e-sb.de
Über G.A.M.E. Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V.:
G.A.M.E. Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V. wurde im März 2004 als Verband
von deutschen Computerspiele-Entwicklern gegründet, steht aber per Satzung auch anderen an der
Produktion beteiligten deutschen Produzenten, Publishern oder Zulieferern offen. Mittlerweile hat der
Verband über 80 Mitglieder, darunter bedeutende deutsche Entwickler und Publisher wie z.B.
Ascaron, Avarto, bhv, BigPoint, CDV, dtp, die Deutsche Telekom, Funatics, GameForge, RTL Games,
Piranha Bytes, Radonlabs, Yager Development etc.
Weitere Informationen unter: www.game-bundesverband.de
Kontakt:
G.A.M.E. Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V.
Kreuzstraße 1-3
5468 Mülheim an der Ruhr
Tel: +49 (0)208 / 307 44 25
Fax: +49 (0)208 / 30 70 378
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